Ein kleiner Dienst beobachtet das Kärntner Netz rund um die Uhr: Er meldet, wenn ein Repeater verstummt, und schickt Montagfrüh einen Wochenbericht.
Die Netzwache heißt im Code MeshWatch und läuft auf derselben Infrastruktur wie MeshBot und die Karte. Sie rührt das Funknetz nicht an — sie liest ausschließlich die Karte. Sie kann also keine Sendezeit verbrauchen, auch nicht durch einen Fehler.
Alle 15 Minuten fragt die Netzwache die Karte ab. Verstummt ein Repeater länger als 6 Stunden, kommt eine Meldung:
⚠️ AT-VL-Nötsch seit 9h still (24h-Verkehr: 1204)
Kommt er zurück, kommt auch das:
✅ AT-VL-Nötsch meldet wieder
Gemeldet werden nur die Übergänge, nicht der Zustand. Es gibt keine stündliche Erinnerung, dass ein Knoten immer noch weg ist.
Montag früh, eine Nachricht:
📊 Netzbericht KTN, 17.08.2026
Repeater: 32 (+2), davon aktiv 31
Weiterleitungen 24h: 31969 (+18 % gegenüber der Vorwoche)
Neu: SP-Hühnersberg, VL-Pöckau
Die Karte kennt nur den Jetztzustand — sie weiß nicht, wie es letzte Woche aussah. Die Netzwache legt sich deshalb bei jedem Durchlauf einen eigenen Datenpunkt ab. Daraus entsteht die Zeitreihe, aus der der Vergleich kommt.
Der Dienst kann den Kanal #kf in eine Telegram-Gruppe spiegeln. Das ist
fertig, aber bewusst nicht eingeschaltet: Es gibt derzeit keine Gruppe und
keinen Bedarf. Falls sich das ändert, ist es eine Zeile Konfiguration.
Bis dahin liest die Netzwache den Funkkanal nicht mit. Sie kennt nur, was
die Karte über die Repeater weiß.
Die naive Regel — „Knoten hat 6 Stunden nichts gesagt, also ist er tot" — erzeugt in einem Funknetz vor allem Fehlalarme. Die Netzwache verlangt deshalb drei Dinge gleichzeitig, bevor sie meldet:
a) Kein Lebenszeichen seit mehr als 6 Stunden. Lebenszeichen ist das jüngste von drei Signalen: gehörtes Advert, letzter Empfang, letzte Weiterleitung. Das ist wichtiger, als es klingt — beim ersten Produktivlauf meldete die Netzwache prompt Knappenberg als ausgefallen. Falsch: Der Repeater hatte seit zwei Tagen kein gehörtes Advert, leitete aber munter Pakete weiter. Seine Adverts kamen bloß bei keinem Beobachter mehr an. Ein Repeater, der weiterleitet, ist nicht ausgefallen.
b) Mindestens ein anderer Knoten wurde in der Zwischenzeit gehört. Ist das ganze Netz still, liegt das fast nie an 35 gleichzeitig kaputten Repeatern, sondern an der Beobachtung: Ein Observer ist weg, die Brücke hängt, die Karte antwortet nicht. Dann schweigt die Netzwache, statt 35 Fehlalarme zu verschicken.
c) Der Knoten ist etabliert. Älter als 24 Stunden und mit mehr als 50 Aussendungen. Ein Gerät, das seit einer Stunde am Netz hängt, fällt nicht aus — es wird getestet. Wer eine Nacht lang am Küchentisch bastelt, löst keinen Alarm aus.
Der Zustand liegt auf der Platte und überlebt einen Neustart des Dienstes. Ein Wartungsfenster verschickt also nicht die halbe Ausfallliste erneut.
| Meldeweg | derzeit nur ins Betriebslog — kein Telegram, keine Gruppe |
| Prüfabstand | 15 Minuten |
| Ausfallschwelle | 6 Stunden ohne Lebenszeichen |
| Wochenbericht | Montag 08:00 UTC |
Läuft auf der Infrastruktur von Michael, OE8YML — Telegram @oe8yml, E-Mail oe8yml@rednil.at. Wer eine Fehlmeldung sieht oder einen Ausfall vermisst, meldet sich dort.
Quellcode offen und gemeinfrei (Unlicense): github.com/achildrenmile/meshwatch. Region und Kartenadresse sind Konfiguration — wer die Netzwache für eine andere Region aufsetzen will, ändert kein Codezeile, sondern eine .env.
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