MeshCore kennt drei Arten von Kanälen. Sie sehen in der App gleich aus und unterscheiden sich grundlegend darin, wer mitlesen kann.
| Art | Schlüssel | Wer kommt rein? |
|---|---|---|
| Public | fest und allgemein bekannt | jeder |
Hashtag #name |
wird aus dem Namen berechnet | jeder, der den Namen kennt oder errät |
| Privat | zufällig erzeugt | nur wer den Schlüssel bekommen hat |
Der Standardkanal. Sein 16-Byte-Schlüssel ist öffentlich dokumentiert und in jeder App vorkonfiguriert.
Das ist der Treffpunkt: Wer neu ist, landet hier, ohne irgendetwas einzurichten. Nachrichten hier sind öffentlich, Punkt.
Kanäle wie #austria, #test oder #vienna.
Der Schlüssel ist kein Geheimnis, sondern eine Rechnung: Er sind die ersten 16 Byte des SHA256-Hashes über den Kanalnamen inklusive Raute. #test ergibt immer denselben Schlüssel, auf jedem Gerät weltweit.
Das ist praktisch: Du tippst den Namen ein und bist drin, ohne dass dir jemand einen Schlüssel schicken muss. Themenkanäle funktionieren dadurch überhaupt erst.
Es heißt aber auch: ein Hashtag-Kanal ist nicht privat. Der Funkverkehr ist verschlüsselt, aber wer den Namen kennt oder errät, hat damit den Schlüssel — und gängige Namen errät man in Sekunden.
Der Schlüssel wird zufällig erzeugt und hat nichts mit dem Namen zu tun. Er lässt sich nicht ableiten – man bekommt ihn, oder man kommt nicht rein.
Weitergabe per QR-Code oder als Hex-Zeichenkette, und zwar auf einem anderen Weg als über einen offenen Kanal. Einen privaten Schlüssel über Public zu schicken macht ihn öffentlich.
Sinnvoll für:
Alle drei Arten verschlüsseln den Funkverkehr mit AES. Der Unterschied liegt nicht in der Stärke, sondern darin, wer den Schlüssel hat.
Die Verschlüsselung sorgt dafür, dass fremder Verkehr nicht in deinem Kanal auftaucht. Sie sorgt nicht dafür, dass niemand mitliest, wenn der Schlüssel öffentlich oder berechenbar ist.
Faustregel:
Public und Hashtag-Kanäle sind offene Funkgespräche. Keine Adressen, keine Telefonnummern, keine Passwörter, nichts Vertrauliches. Für Privates: Direktnachricht oder privater Kanal mit eigenem Schlüssel.
Direktnachrichten laufen nicht über Kanäle. Sie sind Ende-zu-Ende zwischen zwei Nodes verschlüsselt, mit deren eigenen Schlüsseln. Wer den Kanalschlüssel hat, kann sie nicht lesen.
Das ist der Unterschied, der im Betrieb am meisten auffällt — und er liegt nicht an der Strecke, sondern daran, worauf gewartet wird.
Eine Kanalnachricht wird abgeschickt und ist fertig. Sie flutet, jeder Repeater gibt sie einmal weiter, niemand bestätigt etwas. Dein Gerät erfährt nie, ob sie ankam — die Anzeige „Heard 2 Repeats" heißt nur, dass zwei Repeater sie wiederholt haben.
Eine Direktnachricht wird quittiert. Sie muss hin und der ACK denselben Weg zurück, Hop für Hop nacheinander. Bei unserem Preset (SF8, 62,5 kHz, CR 4/8) dauert eine 80-Byte-Nachricht 0,77 s in der Luft, ein ACK 0,35 s:
| 1 Hop | 2 Hops | 4 Hops | |
|---|---|---|---|
| Kanal, nur hin | 1,5 s | 2,3 s | 3,9 s |
| Direktnachricht mit ACK zurück | 2,2 s | 3,4 s | 5,6 s |
Reine Sendezeit, ohne Wartezeiten der Repeater und ohne Kollisionen. Faktor 1,5 allein merkt kaum jemand.
Zäh wird es durch den gespeicherten Pfad. Dein Gerät merkt sich pro Kontakt die Repeaterkette, über die es diesen zuletzt erreicht hat — bei Kanalnachrichten gibt es das nicht, die fluten immer. Stimmt die Kette nicht mehr, weil einer von euch beiden woanders steht oder ein Repeater fehlt, geht die Nachricht ins Leere. Dann greift die Wiederholung: drei Versuche, jeder mit vollem Hin- und Rückweg und Wartezeit auf den ausbleibenden ACK, erst danach setzt die App den Pfad zurück und flutet. Bei vier Hops sind das rund 17 Sekunden reine Sendezeit plus drei Zeitüberschreitungen — gefühlt eine halbe Minute, bis endlich der Weg genommen wird, den eine Kanalnachricht von Anfang an nimmt. Details → Mobil und portabel
Und der Rückweg muss auch tragen. Eine Kanalnachricht ist zugestellt, sobald sie irgendwo ankommt. Eine Direktnachricht gilt erst als zugestellt, wenn der ACK zurückgefunden hat. Genau hier kippen asymmetrische Strecken — der Klassiker: ein starker Repeater hört dein schwaches Handgerät nicht zurück.
Mit set multi.acks 1 werden es zwei ACKs statt einem: sicherer bei wackeligen Strecken, aber nochmal mehr Sendezeit auf dem Rückweg.
Überall dort, wo dein Gerät nicht nur sendet, sondern etwas zurückbekommen muss, gilt dieselbe Rechnung — Hinweg plus Rückweg, und die erste Meile entscheidet:
| Fall | Worauf gewartet wird |
|---|---|
| Direktnachricht | ACK des Empfängers |
| Trace | Antwort über die vorgegebene Kette. Wackelt die erste Meile, scheitert der ganze Trace |
Nachbarschaftsabfrage (neighbors, Discovery) |
Antwort jedes gefragten Repeaters |
| Room Server | Verbinden und Abholen sind Hin und Zurück, kein Zuhören wie am Kanal |
| Repeater aus der Ferne konfigurieren | Antwort auf jeden Befehl |
| Sensor abfragen | der Messwert, der auf Anfrage herausgegeben wird |
| Bot-Befehle | keine Quittung, aber dieselbe Wartezeit: Frage hin, Antwort zurück |
Nur Kanalnachrichten und Adverts sind einseitig. Alles andere ist ein Hin und Zurück und wird mit jedem Hop spürbar langsamer.
Unser Kanal ist der Hashtag-Kanal #at-ktn – der etablierte Kärnten-Kanal im österreichischen Netz.
| Name | #at-ktn |
| Schlüssel | a198f68a114f515766f3abbfa96f5b11 |
Beitreten: In der App einen Kanal anlegen und als Namen #at-ktn eintragen. Den Schlüssel berechnet die App selbst – du musst ihn nicht abtippen. Er steht hier nur zur Kontrolle.
Der Name folgt dem Schema #at-<Bundesland>, das sich im österreichischen Netz eingebürgert hat.
Warum ein Hashtag-Kanal und kein privater? Weil ein Kanal, für den man erst jemanden anschreiben muss, nicht wächst. Wer den Namen kennt, ist drin — genau das wollen wir, und damit ist #at-ktn ein öffentlicher Kanal.
Public bleibt der überregionale Treffpunkt und ist weiter sinnvoll – dort erreichst du auch Leute außerhalb Kärntens.
Ein eigener Kanal für den Befehlsbot. Wer nur mitlesen will, braucht ihn nicht.
| Name | #at-ktn-bot |
| Schlüssel | 7daf6ccf710971e970478918538fa5ee |
| Slot am Node | 3 |
Warum getrennt von #at-ktn und #kf? Auf den Gesprächskanälen unterhalten sich Menschen. Jede Botantwort dort verbraucht Sendezeit, die dem Gespräch fehlt — und jeder Tippfehler mit ! löst etwas aus. Getrennt bleibt der Gesprächskanal lesbar, und der Bot lässt sich abschalten, ohne sonst etwas anzufassen.
Warum nicht einfach #bot? Bei Hashtag-Kanälen ist der Name der Schlüssel. #bot gibt es im AT-Netz bereits — wer diesen Namen wählt, teilt sich den Kanal mit allen anderen, die auf dieselbe naheliegende Idee kommen.
Befehle (Präfix !, deutsche und englische Aliase):
| Befehl | Antwort |
|---|---|
!wx <ort> |
aktuelles Wetter der nächstgelegenen Wetterstation |
!warn [ort] |
amtliche Wetterwarnungen der GeoSphere, mit Ort für die eigene Gemeinde |
!sota <ref> |
SOTA-Gipfel, etwa !sota kt-048 |
!az <lat lon> |
stehst du in der SOTA-Aktivierungszone? |
!relais <band> [ort] |
nächstgelegene Amateurfunk-Relais |
!quota |
wie viele Sendungen diese Stunde noch gehen |
!ping |
Lebenszeichen, taugt auch als Reichweitentest |
!help |
Übersicht |
Alles zum Bot — Befehle, Grenzen, Betreiber, Quellcode → MeshBot
Der Bot antwortet nur auf Abruf, in einer Nachricht, und schweigt bei unbekannten Befehlen — Sendezeit ist das knappste Gut im Netz. Bei zu vielen Anfragen antwortet er gar nicht, statt eine Absage zu funken.
Seit 31. August 2026 laufen vier Kanäle zusätzlich in den CarinthiaMesh-Server auf Discord, in der Kategorie live aus dem mesh — je Funkkanal ein eigener Discord-Kanal:
| Discord-Kanal | zeigt |
|---|---|
at-ktn |
alles auf #at-ktn |
at-ktn-bot |
Befehle und Antworten des MeshBot |
kf |
alles auf #kf |
oeradio |
alles auf #oeradio |
netzwache |
neue Knoten, Ausfälle, Wochenbericht, tägliche Kanalübersicht |
Eine Zeile sieht dort so aus, wie sie im Funk steht: Der Absendername aus dem Advert wird zum Anzeigenamen, darunter klein die Funkdaten.
AT-VL-Nötsch
Wetter heute mies hier oben
2 Hops · SNR 11,5 dB
Der Weg ist eine Einbahn: Funk → Discord, nie zurück. Wer in Discord schreibt, sendet damit nichts ins Funknetz — das ist keine Hausregel, sondern eine Eigenschaft der Technik dahinter. Der Spiegel benutzt einen Webhook, und ein Webhook kann ausschließlich in seinen Kanal schreiben. Geantwortet wird weiterhin über Funk.
Was du auf einem Hashtag-Kanal schreibst, liest ab jetzt auch mit, wer kein Funkgerät hat. Neu ist das im Grunde nicht —
#-Kanäle waren nie privat, ihr Schlüssel ergibt sich aus dem Namen, siehe Was heißt „verschlüsselt" hier eigentlich?. Die Hürde ist nur deutlich kleiner geworden: vorher brauchte es ein Gerät in Reichweite, jetzt genügt ein Discord-Konto. Für alles, was nicht mitgelesen werden soll, gilt unverändert: privater Kanal oder Direktnachricht.
Zwei Dinge, die man dort nicht sieht:
Dieselbe Nachricht wird übrigens von mehreren Repeatern weitergereicht und mehrfach gehört — im Schnitt zweieinhalbmal. In Discord steht sie trotzdem einmal.
Quellcode: meshdiscord
Regelmäßig aktiv: #austria, #test, #vienna, #bot.
Für Privates: eigener privater Kanal mit zufälligem Schlüssel, oder Direktnachricht.
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