Das Funkgerät kann alles außer bedienen. Dafür ist die App da: Sie zeigt Kontakte, Kanäle und Nachrichten, das Gerät macht den Funk. Verbunden sind die beiden per Bluetooth.
Es gibt inzwischen vier ernstzunehmende Apps für MeshCore, und sie unterscheiden sich stärker, als man vermutet — in Lizenz, Plattform und dem, was sie an Werkzeugen mitbringen.
Nimm die offizielle MeshCore-App. Sie läuft auf allem, kann alles Wichtige, ist auf Deutsch und kostet nichts. Für den Einstieg gibt es keinen Grund für etwas anderes.
Die anderen drei sind Antworten auf besondere Wünsche:
| MeshCore | MeshCore Open | MeshOS | MeshCore One | |
|---|---|---|---|---|
| Wer | Liam Cottle | zjs81 | Andy Kirby | Avi0n |
| Rolle | die offizielle App | quelloffene Alternative | für Standalone-Geräte | iOS-Spezialist |
| Android | ja | ja | ja | nein |
| iOS | ja | ja | angekündigt | ja, ab iOS 18 |
| Rechner | macOS, Windows, Linux, Web | macOS, Windows, Linux, Web | — | iPadOS |
| Lizenz | proprietär | MIT, quelloffen | proprietär | GPLv3, quelloffen |
| Kosten | kostenlos | kostenlos | App kostenlos, Gerätelizenz 8 £ | kostenlos |
| Bezug | App Store, Play Store, Web | Play Store, GitHub, Obtainium | Play Store, APK | TestFlight, IPA |
| Anbindung | BLE, USB, WLAN | BLE, USB, TCP | BLE, WLAN, USB | BLE, WLAN |
Android-Nutzer haben drei Möglichkeiten, nicht vier. MeshCore One ist ausschließlich für Apple-Geräte geschrieben, in Swift. Eine Android-Fassung ist nicht angekündigt und wäre eine komplette Neuentwicklung, kein Portieren.
Der Maßstab, an dem sich die anderen messen. Läuft auf jeder Plattform, deutschsprachig, und bringt Werkzeuge mit, die über das Nachrichtenschreiben hinausgehen: Karten mit Abdeckungswerkzeugen, Sichtlinienanalyse, Auswertung der Telemetrie.
Sie ist proprietär, aber kostenlos nutzbar. Wer damit kein Problem hat, ist hier richtig aufgehoben.
Bekannte Schwäche: Auf iOS berichten Nutzer wiederholt von instabilen Bluetooth-Verbindungen, die stundenlang unbemerkt abreißen. Genau daran setzt MeshCore One an.
Ein Flutter-Client unter MIT-Lizenz, also die freieste der vier Lizenzen. Kann im Kern dasselbe — Nachrichten, Kanäle, Karten, Repeaterverwaltung, Pfadverfolgung — und läuft ebenfalls überall, inklusive Web.
Für alle, denen quelloffen wichtig ist: Der Quelltext liegt offen, man kann selbst bauen, und der Bezug geht über Play Store, GitHub oder Obtainium.
Der andere Ansatz: MeshOS macht aus einem LilyGO T-Deck oder T-Pager ein eigenständiges Funkgerät mit Tastatur und Offline-Karten — kein Handy nötig. Die Android-App verwaltet daneben deine MeshCore-Geräte.
Zur Lizenz, weil dazu Falsches im Umlauf ist: Die App ist seit Version 1.0.10 kostenlos, ohne Lizenz, ohne Freischaltung. Die 8 £ gelten für die Gerätefirmware auf T-Deck, T-Pager oder T-Display P4 — einmalig je Gerät, kein Abo.
Erwähnenswert außerdem: Sie kommt ohne Google-Dienste aus und zeigt als einzige die Multibyte-Pfade durchgehend an.
Ein junger, quelloffener iOS-Client unter GPLv3, erster Commit im Dezember 2025. Braucht iOS oder iPadOS 18.
Er nutzt den nativen Bluetooth-Stack von Apple statt einer plattformübergreifenden Zwischenschicht — das ist der Grund, warum ihn iOS-Nutzer mit Verbindungsproblemen ausprobieren. Dazu Werkzeuge, die sonst fehlen: ein Empfangsprotokoll, echte Fresnelzonen-Analyse und Zugriff auf die Kommandozeile eines Repeaters.
Fairerweise dazu: Der Quelltext ist zu großen Teilen KI-erzeugt und hat keine öffentliche Sicherheitsprüfung durchlaufen. Das Projekt ist ein halbes Jahr alt. Wer es einsetzt, sollte das wissen.
Ja, zwei der vier laufen auch am Desktop — die offizielle MeshCore-App und MeshCore Open, beide für macOS, Windows und Linux. MeshOS und MeshCore One nicht: Das eine ist Android, das andere Apple-mobil.
Dazu gibt es beide im Browser, ohne Installation: die offizielle unter app.meshcore.nz, MeshCore Open ebenfalls als Webfassung.
Der Haken liegt nicht bei der App, sondern beim Weg zum Gerät:
| Weg | Geht am Rechner | Voraussetzung |
|---|---|---|
| USB | am zuverlässigsten | Kabel, Companion-Firmware |
| WLAN/TCP | ja | Node im WLAN, Port 5000 → wie beim Observer |
| Bluetooth | je nach Rechner | eingebautes BLE, das der Rechner auch hergibt |
Im Browser geht Bluetooth und USB nur mit Chrome oder Edge. Die dafür nötigen Schnittstellen des Browsers gibt es in Safari und Firefox nicht — dort bleibt die Webfassung ohne Verbindung zum Gerät. Das ist keine Eigenheit der App, sondern des Browsers.
Wofür der Rechner sich lohnt: längere Nachrichten tippen, Repeater über die Kommandozeile konfigurieren, Karten in Ruhe anschauen. Fürs Mitnehmen bleibt das Handy — der Node hängt ja am Funk, nicht am Bildschirm.
Das meiste musst du gar nicht mitnehmen — es liegt im Gerät, nicht in der App.
Die App ist nur die Oberfläche. Kontakte, Kanäle, die Identität deines Nodes samt Schlüssel und die Einstellungen stecken im Companion selbst. Koppelst du eine andere App an dasselbe Gerät, ist alles da → Kontaktliste
| Was | Liegt wo | Beim Appwechsel |
|---|---|---|
| Kontakte, Kanäle, Schlüssel | Gerät | bleibt |
| Einstellungen wie Auto-Add | Gerät | bleibt |
| Gespeicherte Pfade je Kontakt | Gerät | bleibt |
| Nachrichtenverlauf | App | weg |
Der Verlauf ist der wunde Punkt. Er liegt in der Datenbank der jeweiligen App, und ein gemeinsames Austauschformat gibt es nicht. Die offizielle App kann ihre SQLite-Datenbank seit Version 1.43.0 als Datei ausgeben — gedacht zum Archivieren und für die Fehlersuche, nicht zum Einspielen in eine andere App.
Für den Weg MeshCore → MeshCore One gibt es dafür seit August 2026 ein Werkzeug aus dem CarinthiaMesh: mc1migrator. Es rechnet die ausgegebene Datenbank in das Sicherungsformat von MeshCore One um, im Browser, ohne dass Daten irgendwo hochgeladen werden.
Für alle anderen Richtungen gilt weiterhin: alte App vorerst installiert lassen. Sie kann den Verlauf weiter anzeigen, auch ohne gekoppeltes Gerät.
Einzelne Kontakte gehen doch von Hand. MeshCore kennt dafür eine URI:
meshcore://<hex-kodiertes Advert-Paket>
Kontakt teilen, die Zeichenkette in die Zwischenablage, in der anderen App über „Add Contact from Clipboard" einlesen. Das funktioniert app-übergreifend, weil darin schlicht das Advert steckt — dieselbe Information, die auch über Funk kommt.
Vorher die alte App trennen. Zwei Apps gleichzeitig am selben Gerät gehen nicht, es ist nur eine Bluetooth-Verbindung möglich. Wer das übersieht, hält die neue App für kaputt.
Ein Gerät, eine Verbindung. MeshCore verträgt nur eine Bluetooth-Verbindung gleichzeitig. Wer zwischen zwei Apps wechseln will, muss die eine trennen, bevor die andere koppelt. Das ist keine Macke der Apps, sondern der Firmware — und die häufigste Ursache dafür, dass eine App „nicht verbindet" → Wardriving, wo dasselbe auftritt.
Anbindung über WLAN oder USB braucht eine Firmware, die das kann. Beim Companion-Build ist der TCP-Port 5000 offen — darüber hängt auch der Observer. Auch hier gilt eine Grenze: Ein Companion nimmt zwei gleichzeitige TCP-Verbindungen an, mehr nicht.
Apps ersetzen keine Rolle. Welche App du nimmst, ändert nichts daran, ob dein Gerät Companion, Repeater oder Room Server ist — das entscheidet die Firmware → Rollen
meshcore://-URI, Import über die Zwischenablage, Speicherung im GerätDer Vergleich von mesh-sn ist an einem Punkt überholt. Er führt MeshOS als kostenpflichtig mit 8 £ und Version 0.4.3. Die Android-App ist seit v1.0.10 kostenlos, das Lizenzprodukt dafür gibt es im Shop nicht mehr; die 8 £ betreffen nur noch die Gerätefirmware. Stand dieser Seite: 22. August 2026.
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